Persönliche Stellungnahme von Siegfried Birl zum Zeitungsartikel vom 22. Januar 2026
Der am 22. Januar 2026 erschienene Zeitungsartikel, verfasst von Clio Sailer, beschäftigt sich in weiten Teilen mit mir, meiner Person und meinem politischen Engagement in Geiselhöring.
Deshalb erlaube ich mir, dazu selbst Stellung zu nehmen – persönlich, direkt und ohne pädagogische Begleitung.
Zur Person
Mein Name ist Siegfried Birl.
Ich bin Vater von fünf Kindern, lebe in Geiselhöring und kandidiere auf der gemeinsamen Liste AfD + Friedliches Geiselhöring.
Allein diese Tatsachen reichen inzwischen offenbar aus, um über mich zu sprechen – nur selten mit mir.
„Gegenwind“ und politische Realität
Im genannten Artikel wird ausführlich beschrieben, wie Kommunalpolitiker mit wachsendem „Gegenwind“ umgehen sollen:
Sechs Stunden Seminare, Experten, Narrative, Argumentationsleitfäden.
Ich habe das aufmerksam gelesen – und musste schmunzeln.
Denn eines vorweg:
Die Überforderung der Kommunen kommt ganz sicher nicht von Menschen mit anderer Meinung.
Wegen „Nazis“ werden keine Christkindlmärkte blockiert, keine Haushalte gesprengt und keine Pflichtaufgaben ins Unermessliche getrieben.
Die Überforderung entsteht dort, wo politische Vorgaben aus Landes- und Bundespolitik immer weiter nach unten durchgereicht werden – ohne Rücksicht auf finanzielle Realität, kommunale Verantwortung oder die Menschen vor Ort.
Und sie wird verschärft durch eine politische Führung, die lieber jedes sogenannte „Sondervermögen“ mitträgt, als auch nur den Mut zu haben, Nein zu sagen.
Dass sich dabei selbst jene anbiedern, die früher einmal für Haushaltsdisziplin standen, ist kein Realismus – es ist reine Machterhaltung.
Oder anders gesagt: Speichelleckerei für Berlin, damit man ja keinen Wähler verliert.
Demokratie, Bedrohung und Doppelmoral
Bemerkenswert finde ich, dass ausgerechnet jene, die diese Politik mittragen, sich nun öffentlich als überfordert, müde und machtlos beschreiben – während sie gleichzeitig anderen erklären wollen, wie Demokratie richtig zu funktionieren hat.
Vielleicht sollte man den Spieß einmal umdrehen.
Ich biete gerne an, sechs Stunden mit mir zu verbringen.
Nicht zur Nachschulung, nicht zur moralischen Einordnung, sondern als Übung in etwas, das offenbar verloren gegangen ist:
politisches Denken ohne Anleitung.
Denn während andernorts erklärt wird, wie bedrohlich das gesellschaftliche Klima sei, erleben wir hier vor Ort eine andere Realität.
Wir haben niemanden bedroht.
Im Gegenteil – wir wurden bedroht, ausgegrenzt und gezielt diffamiert.
Unsere Wahlplakate wurden zerstört, Werbung beschädigt, Unterstützer eingeschüchtert.
Aber offenbar ist Bedrohung ein exklusives Gut.
Sie existiert – allerdings nur, wenn sie die politisch richtigen trifft.
Schweigen, Heimat und Verantwortung
Gleichzeitig wundert man sich, dass sich viele Menschen nicht mehr öffentlich äußern.
Vielleicht, weil sie gelernt haben, dass man sich in dieser „Demokratie“ besser bedeckt hält, wenn man nicht riskieren möchte, sozial und politisch aussortiert zu werden.
In Geiselhöring haben bei der letzten Bundestagswahl rund 26 Prozent die AfD gewählt.
Das sind keine Randfiguren.
Das sind Nachbarn, Kollegen, Eltern aus dem Kindergarten, Vereinsmitglieder.
Menschen, die ihre Heimat lieben, aber gelernt haben, dass man darüber besser schweigt.
Und genau hier fehlt mir im gesamten Diskurs ein entscheidendes Wort: Heimat.
Nicht als Schlagwort, nicht als Ideologie – sondern als Verantwortung.
Heimat bedeutet, dass Politik wieder für die Menschen vor Ort gemacht wird und nicht gegen sie.
Dass Entscheidungen nicht abstrakt, sondern greifbar sind.
Dass man zuhört, statt belehrt.
Und dass man unterschiedliche Meinungen aushält, ohne sofort den moralischen Hammer zu schwingen.
Abschließende Gedanken
Stattdessen wird Politik zunehmend akademisiert.
Diskussionen werden moderiert, Bürger analysiert, Begriffe normiert.
Wer sechs Stunden Schulung braucht, um ein Gespräch mit einem Bürger auszuhalten, sollte sich vielleicht fragen, für wen er eigentlich Politik macht.
Anscheinend gibt es inzwischen sehr klare Etiketten:
rechts, rechtsextrem, radikal – sauber sortiert, schnell verteilt.
Es ist immer wieder erfrischend, wie selbstverständlich über mich gesprochen wird, ohne jemals mit mir gesprochen zu haben.
Im Mittelalter nannte man so etwas Hexenverfolgung.
Heute nennt man es wohl „Haltung zeigen“.
Der mündige Bürger kommt in diesem System kaum noch vor.
Er wird eingeordnet, erklärt, pädagogisch begleitet – und notfalls rhetorisch entschärft.
Man spricht viel über Demokratie, aber erstaunlich selten mit denen, die sie anders verstehen.
Vielleicht liegt das eigentliche Problem also nicht im Gegenwind.
Vielleicht liegt es darin, dass man verlernt hat, Wind überhaupt auszuhalten.
Siegfried Birl
Geiselhöring, den 22.01.26







