SPD Geiselhöring: Bürgerbeteiligung, abwertende Kommentare und der Streit um die Taverne Korfu: Wer Respekt und demokratischen Zusammenhalt verlangt, muss sich am eigenen Verhalten messen lassen.
Kommentar · Redaktion Friedliches Geiselhöring
Transparenzhinweis: Friedliches Geiselhöring ist selbst Beteiligter dieser politischen Auseinandersetzung. Siegfried Birl, früherer Betreiber des Wikingerversandes und an der Erstellung dieses Beitrags beteiligt, schildert auch eigene Erfahrungen. Der Kommentar gibt die politische Bewertung aus dieser Perspektive wieder.
„Wir sind antifa“ – ein Satz mit Erklärungsbedarf
Im Zusammenhang mit unserem Beitrag „Dönerläden, Barbershops und Luxusautos – wenn der Steuerzahler die Rechnung bezahlt“ entwickelte sich eine Facebook-Diskussion. Rainer Pasta warf AfD/Friedliches Geiselhöring dabei vor, ganze Branchen und kinderreiche Familien unter Betrugsverdacht zu stellen. Er verlangte Beweise statt Vorurteile und verwies auf einen SPD-Beitrag. Diese Gegenposition gehört zum Zusammenhang der folgenden Kommentare.
Am 22. Oktober 2026 um 20:31 Uhr, so die direkt geprüfte Facebook-Anzeige, schrieb das Konto Rainer Pasta nach einer Anrede:
„antifa ist Grundgesetz! Wir sind antifa!aber das wirst du nie verstehen!“
Der Kommentar steht in der als privat gekennzeichneten Gruppe „Geiselhöring“. Er ist durch Screenshot und Direktverweis dokumentiert; der Quellenlink kann eine Anmeldung oder Gruppenberechtigung voraussetzen. Quelle: Facebook-Kommentar
Pasta wird im SPD-Bericht über die Vorstandswahlen vom November 2025 als Schriftführer des Ortsvereins geführt. Das verleiht seinen Äußerungen politische Bedeutung, macht aber nicht jeden persönlichen Kommentar zu einem Beschluss der SPD. Quelle: SPD Geiselhöring
Die Frage lautet deshalb: Welchen Antifaschismus meint er? Demokratisches Engagement gegen Nationalsozialismus, Rassismus und Menschenverachtung ist legitim und notwendig. Ein solches Bekenntnis beweist keine Unterstützung von Gewalttätern. Ein Schlagwort allein erklärt aber noch nicht, welche politischen Methoden sein Verwender befürwortet.

Das Grundgesetz ist kein Freibrief für politische Gewalt
Die Bundesregierung erläuterte bereits 2020, dass es keine bundesweit klar abgegrenzte Organisation „Antifa“ mit einheitlichen Strukturen und festen Mitgliedschaften gebe. Zugleich beschrieb sie ein linksextremistisches Aktionsfeld „Antifaschismus“, in dessen Zusammenhang Sachbeschädigungen, Brandstiftungen und schwere Körperverletzungen begangen würden. Bei einzelnen Angriffen werde der Tod von Menschen in Kauf genommen. Quelle: Deutscher Bundestag, 24. November 2020
Diese Unterscheidung ist entscheidend. Demokratischer Protest und militante Gewalt sind nicht dasselbe. Das Grundgesetz schützt Menschenwürde, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und den Rechtsstaat. Es schafft kein Sonderrecht, Eigentum zu zerstören oder politische Gegner anzugreifen. Niemand verliert seine Rechte, weil andere ihn zum „Faschisten“ erklären.
Geiselhöring kennt diese Auseinandersetzung seit Jahren
Ein linksautonomes Aktionsarchiv berichtet über Farbangriffe gegen den damaligen Wikingerversand im Oktober 2010. In der Nacht zum 15. Oktober seien zwei rote Farbbeutel gegen die Fassade geworfen worden; etwa eine Woche später seien großflächige Sprühereien mit der Forderung nach Schließung des Versandhandels gefolgt. Der Eintrag trägt die Datumsangabe „15./25. Oktober 2010“. Quelle: Szenearchiv
Das ist eine Darstellung aus dem damaligen politischen Aktionsumfeld, kein unabhängiger Polizeibericht. Sie dokumentiert, wie diese Aktionen dort verbreitet und befürwortet wurden. Täter oder eine Beteiligung der SPD ergeben sich daraus nicht.
Siegfried Birl berichtet als damaliger Betreiber außerdem von weiteren Beschädigungen, Schmierereien und zerbrochenen Scheiben. Eine vollständige Chronologie ist anhand vorhandener Fotos, Anzeigen und zeitgenössischer Berichte noch abzusichern.
Die damalige politische Kritik am Wikingerversand gehört ebenfalls zur Einordnung. Die SPD bezeichnete ihn schon 2010 öffentlich als rechtsextremen Versandhandel. Dagegen zu demonstrieren war legitim. Kritik an einem Sortiment ist jedoch keine Rechtfertigung für einen Farbangriff. Quelle: SPD Geiselhöring, 25. Juli 2010
Eilenburg, Budapest und Springe: Gewalt bleibt Gewalt
Die überörtlichen Fälle zeigen die Tragweite militanter Gewalt. Sie belegen keine Verbindung zur SPD Geiselhöring, zu Pasta oder zum Account niederbayern.nazifrei.
Am 11. März 2021 drangen nach Angaben des Landeskriminalamtes Sachsen vermummte Täter in Eilenburg in die Wohnung eines Mannes ein und verletzten ihn. Sie sollen Westen mit der Aufschrift „Polizei“ getragen haben. Wegen einer möglichen politischen Motivation übernahm die Soko LinX. Die Leipziger Volkszeitung identifizierte den Betroffenen als Paul Rzehaczek, früheren Bundesvorsitzenden der NPD-Jugendorganisation Junge Nationalisten. Nach ihrem damaligen Bericht sollen die Täter ihm mit einem Hammer auf die Knöchel geschlagen haben. Nicht medizinisch abgesicherte Beschreibungen wie „zertrümmerte Sprunggelenke“ übernehmen wir nicht. Quellen: LKA Sachsen, zugängliche Spiegelung des LVZ-Berichts
Für Budapest im Februar 2023 schilderte die Bundesanwaltschaft in einer Haftbefehlsmitteilung vom März 2024 mindestens fünf Angriffe auf Menschen, die aus Sicht der Angreifer dem rechten Spektrum zuzuordnen waren. Nach dem damaligen Tatvorwurf wurde auf einen bereits bewusstlosen Mann weiter eingeschlagen; er erlitt Gesichts- und Schädelfrakturen. Die Ermittlungsdarstellung ersetzt nicht die gerichtliche Prüfung der individuellen Schuld. Quelle: Generalbundesanwalt, 22. März 2024
Für Springe am 27. Oktober 2024 dokumentiert der Verfassungsschutzbericht einen Angriff auf eine elfköpfige Gruppe von Angehörigen der Partei „Die Heimat“ beziehungsweise ihrer Jugendorganisation. Nach Behördenangaben setzten etwa zehn vermummte, mutmaßlich linksextremistische Täter Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Der Bericht beschreibt außerdem „Outings“, Bedrohungen, Eigentumszerstörungen und Fahrzeugbrände im gewaltorientierten linksextremistischen Spektrum, teils mit Folgen bis ins private Umfeld. Nicht jede solche Tat ist damit einer bestimmten Antifa-Gruppe zugerechnet. Quelle: Verfassungsschutzbericht 2024, insbesondere S. 146 und 149
Die politische Haltung eines Opfers ändert nichts daran: Menschen sind kein Freiwild.
„Antifa Ost“ und die amerikanischen Terrorlistungen
Die Bundesregierung bezeichnete „Antifa-Ost“ in ihrer Antwort vom 20. März 2026 als linksextremistisches Netzwerk, das Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele als legitim betrachte. Sie verwies auf gerichtlich festgestellte kriminelle Vereinigungsstrukturen und bewertete das Netzwerk nach Festnahmen und Verurteilungen zu diesem Zeitpunkt als weitgehend zerschlagen. Dieser datierte Befund ist keine zeitlose Aussage über jede heutige Struktur. Quelle: Bundestagsdrucksache 21/4968
US-Präsident Donald Trump bezeichnete „Antifa“ mit einer Anordnung vom 22. September 2025 als inländische Terrororganisation. Die gesonderte US-Listung von „Antifa Ost“ als „Specially Designated Global Terrorist“ folgte am 13. November 2025; die Einstufung als Foreign Terrorist Organization trat mit Veröffentlichung am 20. November 2025 in Kraft. Quellen: Weißes Haus, US-Finanzministerium, Federal Register
Diese US-Maßnahmen sind kein deutsches Vereinsverbot und begründen keine Schuld sämtlicher antifaschistischer Initiativen. Die Bundesregierung dokumentiert die US-Einstufung, ohne daraus automatisch dieselbe rechtliche Bewertung nach deutschem Recht abzuleiten. Quelle: Regierungsantwort
Die Zurückweisung unbewiesener Vorwürfe gilt auch für die SPD
Die SPD Geiselhöring verwahrte sich im November 2025 dagegen, mit Sachbeschädigungen, Straftaten und „terroristischen Antifaschisten“ in Verbindung gebracht zu werden. Sie kritisierte ihrerseits die Kommunikation von Friedliches Geiselhöring. Diese Gegenposition gehört ausdrücklich in den Beitrag. Quelle: SPD Geiselhöring
Ein demokratisches Antifa-Bekenntnis und die Zurückweisung von Gewaltvorwürfen sind für sich genommen kein Widerspruch. Für eine Beteiligung der örtlichen SPD oder Pastas an den beschriebenen Gewalttaten liegt uns kein Beleg vor. Die Frage nach seinem politischen Verständnis bleibt zulässig; eine ausstehende Antwort wäre kein Schuldeingeständnis.
Erst eine Umfrage verlangen – dann „Politik funktioniert anders“
Für die örtliche Diskussionskultur sind die vorliegenden Facebook-Ausschnitte besonders aufschlussreich. In einem älteren Austausch über ein geplantes Asylbewerberheim widerspricht das Konto Rainer Pasta einer behaupteten Mehrheitsmeinung. Das ist zunächst berechtigt: Persönliche Eindrücke ergeben noch keine repräsentative Umfrage. Die Formulierung
„sind Sie und die paar Grinsegeaichter die Mehrheit!?“
ist allerdings keine sachliche Methodenprüfung, sondern eine Herabsetzung der angesprochenen Gruppe. Die Schreibweise entspricht dem Screenshot.
Das Konto „Barbara Kasber“ verlangt anschließend sinngemäß, eine repräsentative Umfrage zu sehen. Die SPD nennt ihre Vorsitzende Barbara Kasberger. Weil die Bilder allein die Gleichsetzung beider Namen nicht abschließend sichern, verwenden wir den sichtbaren Kontonamen.
Die Gegenseite schlägt vor, gemeinsam mit dem gesamten Stadtrat eine Befragung zu organisieren und den Bürgerwillen bei Entscheidungen zu berücksichtigen. Das Konto Barbara Kasber antwortet nach einer Anrede:
„ich denke , Politik funktioniert anders“
Wenig später folgt:
„nein. Unser parlamentarisches System sieht keine Volksbegehren vor und das ist gut so.“
Wer einen belastbaren Beleg für die Mehrheitsmeinung fordert, darf eine konkrete Befragungsmethode kritisieren. Im gezeigten Austausch werden solche methodischen Gründe aber nicht ausgeführt. Eine Umfrage einzufordern ist leicht. Den Vorschlag einer gemeinsamen Befragung sachlich zu beantworten wäre der nächste Schritt.


Parlamentarische Demokratie schließt Bürgerbeteiligung nicht aus
Demokratisch gebildete Koalitionen sind legitim. Eine Partei muss nicht die meisten Stimmen erhalten haben, um an einer parlamentarisch getragenen Regierung beteiligt zu sein. Daraus folgt aber kein grundsätzlicher Ausschluss unmittelbarer Beteiligung.
Artikel 18a der Bayerischen Gemeindeordnung regelt Bürgerbegehren und Bürgerentscheide über zulässige Angelegenheiten des eigenen Wirkungskreises; auch der Gemeinderat kann einen Bürgerentscheid beschließen. Artikel 74 der Bayerischen Verfassung sieht Volksbegehren im Rahmen der Landesgesetzgebung vor. Eine unverbindliche Umfrage ist wiederum etwas anderes als diese förmlichen Verfahren. Quellen: Gemeindeordnung, Bayerische Verfassung
Ob über eine bestimmte Frage eines Asylunterkunftsvorhabens ein Bürgerentscheid zulässig wäre, müsste gesondert geprüft werden. Die pauschale Aussage über den Ausschluss von Volksbegehren wird der bayerischen Rechtslage dennoch nicht gerecht.
„Rechten Unsinn“ – ein Etikett ersetzt kein Argument
In der weiteren Diskussion schreibt das Konto Barbara Kasber:
„Diesen rechten Unsinn werde ich nicht diskutieren. Gute Nacht“
Im Zusammenhang mit Regierungsmehrheiten heißt es außerdem:
„Keine Macht den Rechten!“
Niemand muss eine Facebook-Diskussion endlos fortsetzen. Politische Abgrenzung ist zulässig. Wer sachliche Debatten verlangt, muss sich aber fragen lassen, wie hilfreich solche Abfertigungen dafür sind.
Zur Einordnung gehört die Gegenrede: Im Austausch mit der Kopfzeile „17. Apr.“ behauptet das Gegenkonto, Wähler seien um ihre demokratische Wahl betrogen worden. Pasta widerspricht mit dem Hinweis auf tragfähige Mehrheiten und bezeichnet die favorisierten Parteien als „Rechtsaussen“. Diese Reaktion darf nicht von der vorausgehenden Wahlbetrugsbehauptung getrennt werden. Eine fehlende Regierungsbeteiligung belegt keinen Wahlbetrug.
Auch im Oktober-Austausch war der Ton wechselseitig zugespitzt: Auf den Vorhalt zur Antifa folgt von Barbara Kasber die Frage „da bist du lieber Faschist?“. Der andere Teilnehmer bezeichnet die Angesprochenen anschließend selbst als die „wahren Faschisten“ und unterstellt Angriffe auf Land und Volk. Kasber antwortet:
„nee. Aber lass mal. Du verstehst es eh nicht. Erst sind wir Antifa und dann Faschisten?“
Man sollte diese Gegenrede ebenso wenig ausblenden wie Pastas vollständigen Zusatz „aber das wirst du nie verstehen!“. Die Ausschnitte zeigen einen stellenweise herabsetzenden Austausch. Sie belegen keine Abschaffung der Meinungsfreiheit.


Taverne Korfu: Ein Wirt gerät zwischen politische Fronten
Der Streit um die Taverne Korfu ist inzwischen durch mehrere Darstellungen dokumentiert. Der Instagram-Account niederbayern.nazifrei schreibt, die SPD habe das Lokal früher regelmäßig als Versammlungsort genutzt. Weil der Wirt seine Räume auch Friedliches Geiselhöring überlasse, nutze die SPD nun ihre „negative Vertragsfreiheit“. Der Account befürwortet diesen behaupteten Schritt ausdrücklich:
„Stabile Entscheidung mit Haltung, liebe @spd_geiselhoering!
Wir sagen: Genau so muss das!“
Weiter heißt es:
„Wer die Extreme Rechte hofiert, der positioniert sich gegen unsere vielfältige Gesellschaft und muss sich derartige Konsequenzen selbst zurechnen.“
Verwendet werden unter anderem #NiederbayernNazifrei, #KeinBierFürNazis und #Geiselhöring. Die sichtbaren privaten Kommentare begrüßen die Darstellung. Das belegt deren Zustimmung, keine Autorisierung durch die SPD. Der Beitrag stammt vom Instagram-Account; seine Markierung der SPD macht ihn nicht zu einer SPD-Erklärung. Quelle: Instagram
Die dort beim Browserabruf sichtbare zweite Grafik trägt „SO MUSS DAS“ und enthält den Satz:
„aus gegebenem Anlass: Wo Rechtsextreme sich treffen, kann die SPD nicht tagen!“
Die gelieferten Instagram-Screenshots zeigen „12. Januar“ ohne Jahreszahl. Die Bildbeschreibung beim Browserabruf nennt den 12. Januar 2026. Beide gelieferten Dateien zeigen allerdings die erste Karussellgrafik; die zweite liegt bislang nicht als eigene Originaldatei vor.
Friedliches Geiselhöring hat öffentlich widersprochen
Friedliches Geiselhöring hat den Vorgang auf seiner eigenen öffentlichen Facebook-Seite bereits mit einer Stellungnahme aufgegriffen. Sie kritisiert den durchgestrichenen Veranstaltungsort und bewertet den Umgang mit dem Gasthaus als politischen Druck. Die beigefügte Grafik formuliert: „Gasthäuser sind keine Gesinnungsfilter!“ Quelle: öffentliche Stellungnahme von Friedliches Geiselhöring
In dieser Grafik ist ein Veranstaltungsausschnitt mit durchgestrichenem „Taverne Korfu, Bahnhofstraße, Geiselhöring“ und dem genannten Hinweis über „Rechtsextreme“ reproduziert. Als Veranstaltungstermin ist Donnerstag, 22. Januar 2026 lesbar. Das ist der Termin der Veranstaltung, nicht automatisch das Veröffentlichungsdatum des Flyers oder der Stellungnahme. Die Facebook-Anzeige der Stellungnahme nennt „9. Januar“, im gesicherten Ausschnitt ohne Jahreszahl.
Damit ist nachvollziehbar dokumentiert, worauf sich unsere Kritik bezieht. Zugleich bleibt die Quellenart erkennbar: Unsere Stellungnahme ist unsere eigene Position. Die darin eingebettete Reproduktion ersetzt nicht den unmittelbar auf einem SPD-Kanal gesicherten Originalflyer.


Kerscher: privat noch ins Lokal, mit der SPD nicht mehr?
Nach der Schilderung von Manfred Fuß habe Ludwig Kerscher erklärt, das Lokal allenfalls noch privat, aber nicht mehr mit der SPD aufzusuchen. Diese Angabe geben wir als persönliche Schilderung wieder; ein unmittelbarer Mitschnitt oder schriftlicher Wortlaut liegt für diesen Beitrag nicht vor.
Zeitlich und in der Amtsbezeichnung ist zu unterscheiden: Kerscher war damals nach dieser Schilderung noch nicht in seiner späteren Stellvertreterfunktion. Die Stadt Geiselhöring bezeichnet ihn heute offiziell als weiteren Stellvertreter des Ersten Bürgermeisters. Diese Bezeichnung verwenden wir anstelle der verkürzten Benennung als „vierter Bürgermeister“. Quelle: Stadt Geiselhöring
Eine Partei kann sich einen anderen Versammlungsort suchen. Die politische Kritik setzt dort an, wo ein Wirt öffentlich mit einem Negativetikett versehen wird, weil er auch anderen Gästen Räume überlässt. Privat soll das Lokal nach der geschilderten Aussage noch infrage kommen, als Gastgeber für die SPD aber nicht mehr. Die politische Trennlinie verläuft dann offenbar weniger durch die Gaststube als durch die Gästeliste.
Nach Kenntnis von Manfred Fuß ist gegenüber dem betroffenen Lokal bis zum 25. Oktober 2026 keine Entschuldigung erfolgt. Eine Bestätigung des Wirts über sämtliche öffentlichen oder nichtöffentlichen Kontakte liegt uns nicht vor; wir behaupten deshalb nicht, private Kommunikation vollständig zu kennen.
Eine Klarstellung gegenüber dem Wirt wäre jedenfalls kein Gesichtsverlust. Sie könnte zeigen, dass eine politische Auseinandersetzung nicht auf dem Rücken eines örtlichen Betriebs ausgetragen werden muss.
Ein Lokalwechsel ist weder ein Gewaltakt noch für sich genommen ein Demokratieverstoß. Die kritisierte öffentliche Zuschreibung und ihre Folgen für einen Gastgeber sind aber eine eigene politische Frage. Genau darüber streiten wir.
Privater Ausflug: eine weitere, noch unbestätigte Schilderung
Uns liegt außerdem die Schilderung vor, einem SPD-Mitglied sei nach einem privaten Ausflug mit Personen aus dem Umfeld von Friedliches Geiselhöring und AfD nahegelegt worden, seine Parteimitgliedschaft zu beenden. Dieser Vorgang ist bislang nicht unabhängig bestätigt. Ein schriftlicher Nachweis und die Stellungnahme der betroffenen Seite fehlen; wir nennen keinen Namen und stellen dies nicht als erwiesene Handlung des Ortsvereins dar.
Sollte sich die Schilderung bestätigen, wären Wortlaut, Urheber und Zusammenhang zu klären. Ein gemeinsamer privater Ausflug bedeutet für sich genommen keine politische Allianz. Der Korfu-Vorgang ersetzt auch hier keinen eigenen Nachweis.
Clara Zetkin und der Umgang mit verschiedenen Meinungen
Clara Zetkin sagte am 4. Oktober 1898 auf dem SPD-Parteitag in Stuttgart:
„Daß verschiedene Meinungen auftauchen, ist kein Unglück“
Sie sprach über innerparteiliche Meinungsverschiedenheiten und deren öffentliche Erörterung, nicht über heutige Parteien oder Geiselhöringer Konflikte. Als Plädoyer für die argumentative Austragung von Unterschieden bleibt der Gedanke dennoch bemerkenswert. Quelle: überlieferte Rede, Transkription
SPD Geiselhöring: Respekt gilt nicht nur für die eigene Seite
Die SPD Geiselhöring erklärte am 19. Dezember 2025, sie stehe für Respekt, soziale Verantwortung und demokratischen Zusammenhalt und führe Auseinandersetzungen anhand überprüfbarer Tatsachen. In derselben Veröffentlichung begründete sie ihre Kritik an Friedliches Geiselhöring mit dessen Zusammenarbeit mit der AfD. Auch dieser Hintergrund gehört zur vollständigen Wiedergabe ihrer Position. Quelle: SPD Geiselhöring
Daran darf sie sich messen lassen. Eine Bürgerbefragung verdient eine begründete Antwort. Spott wird nicht sachlicher, weil der politische Gegner provoziert. Und ein Gastwirt sollte nicht zum Austragungsort eines parteipolitischen Loyalitätstests werden.
Dieselben Regeln gelten für uns: Keine behauptete Bevölkerungsmehrheit ohne tragfähige Grundlage. Keine unbewiesene Verbindung zwischen der SPD und Gewalttätern. Keine Verwandlung persönlicher Schilderungen in unabhängig erwiesene Tatsachen.
Man muss Friedliches Geiselhöring, die AfD oder Siegfried Birl nicht mögen. Man darf scharf widersprechen, demonstrieren und jede Zusammenarbeit ablehnen. Die gleichen Rechte bleiben auch den Menschen erhalten, gegen die sich diese Kritik richtet.
Deshalb bleiben konkrete Fragen: Welchen Antifaschismus meint Rainer Pasta? Wie verträgt sich der dokumentierte Umgangston mit dem eigenen Anspruch auf Respekt? Warum wird auf den Vorschlag einer gemeinsamen Bürgerbefragung nicht sachlich eingegangen? Und wie erklärt die SPD den öffentlich dargestellten Umgang mit der Taverne Korfu?
Wer demokratischen Zusammenhalt verlangt, sollte ihn auch im Streit erkennbar machen. Der Maßstab gilt gerade dann, wenn die anderen am Tisch politisch nicht ins eigene Weltbild passen.
Ihre Meinung zu diesem Beitrag
Thema unterstützen
Sie unterstützen dieses Thema.
2 Unterstützungen
Abstimmung
Diese Online-Abstimmung ist nicht repräsentativ. Sie zeigt ausschließlich die Meinung der teilnehmenden Besucher dieser Website.

