Ein­ge­reicht
Ein­ge­reicht Ein­ge­reicht: 30.06.2026 Sit­zung: 07.07.2026

Nach Zuschrif­ten zwei­er besorg­ter Müt­ter brach­te Nor­man Faß­hau­er einen Dring­lich­keits­an­trag zum Hit­ze­schutz in der Kita am Schul­gar­ten ein. Gefor­dert wur­den kurz­fri­sti­ge Maß­nah­men, dau­er­haf­te Lösun­gen und die Prü­fung mög­li­cher För­der­pro­gram­me. Der Antrag wur­de am 7. Juli 2026 nicht zur Abstim­mung gestellt.

Ergeb­nis: Nicht zur Abstim­mung gestellt

Ausgangslage

Fried­li­ches Gei­sel­hö­ring erhielt die Schrei­ben zwei­er besorg­ter Müt­ter in Kopie. Bei­de hat­ten sich am 30. Juni 2026 an den Bür­ger­mei­ster der Stadt Gei­sel­hö­ring gewandt.

Nach den Anga­ben der Eltern hat­ten sich die Grup­pen- und Schlaf­räu­me der Kin­der­ta­ges­stät­te am Schul­gar­ten wäh­rend som­mer­li­cher Wet­ter­la­gen regel­mä­ßig auf mehr als 31 Grad auf­ge­heizt. Die gemes­se­nen Tem­pe­ra­tu­ren sei­en vom Per­so­nal der Ein­rich­tung doku­men­tiert und foto­gra­fisch fest­ge­hal­ten wor­den.

Die Eltern schil­der­ten mög­li­che Bela­stun­gen für die Kin­der, dar­un­ter Kopf­schmer­zen, star­ke Reiz­bar­keit, Schlaf­pro­ble­me und Schwie­rig­kei­ten bei einer aus­rei­chen­den Flüs­sig­keits­auf­nah­me. Sie wie­sen beson­ders auf die Bela­stung jün­ge­rer Kin­der hin, die ihre Kör­per­tem­pe­ra­tur noch nicht im glei­chen Maß regu­lie­ren kön­nen wie Erwach­se­ne.

Aus Sicht der Eltern reich­ten Lüf­ten und der Ein­satz von Ven­ti­la­to­ren bei die­sen Tem­pe­ra­tu­ren nicht mehr aus. Gefor­dert wur­den kurz­fri­sti­ge Sofort­maß­nah­men sowie die Prü­fung einer dau­er­haf­ten tech­ni­schen Lösung.

Die Eltern baten die Stadt um eine kon­kre­te Ant­wort, wel­che Maß­nah­men ergrif­fen wer­den und wann mit einer spür­ba­ren Ver­bes­se­rung zu rech­nen ist.

Inhalt des Dringlichkeitsantrags

Prü­fung und kurz­fri­sti­ge Umset­zung von Maß­nah­men zur Redu­zie­rung der Raum­tem­pe­ra­tu­ren in der Kin­der­ta­ges­stät­te am Schul­gar­ten.

Da uns bis­lang kein voll­stän­dig aus­for­mu­lier­ter schrift­li­cher Ori­gi­nalan­trag vor­liegt, gibt der fol­gen­de Beschluss­vor­schlag den in der Sit­zung ein­ge­brach­ten Inhalt als sach­lich aus­ge­ar­bei­te­te Ver­öf­fent­li­chungs­fas­sung wie­der.

Beschlussvorschlag

Der Stadt­rat beschließt:

  1. Die Stadt­ver­wal­tung wird beauf­tragt, unver­züg­lich geeig­ne­te Maß­nah­men zur Redu­zie­rung der Raum­tem­pe­ra­tu­ren in den Gruppen‑, Auf­ent­halts- und Schlaf­räu­men der Kin­der­ta­ges­stät­te am Schul­gar­ten zu prü­fen.
  2. Kurz­fri­stig umsetz­ba­re Sofort­maß­nah­men sol­len gemein­sam mit der Ein­rich­tungs­lei­tung bewer­tet und, soweit mög­lich, zeit­nah umge­setzt wer­den.
  3. Zusätz­lich sol­len dau­er­haf­te tech­ni­sche oder bau­li­che Hit­ze­schutz­maß­nah­men geprüft wer­den. Dazu gehö­ren ins­be­son­de­re:
    • außen­lie­gen­de Ver­schat­tung,
    • Son­nen­schutz­maß­nah­men an Fen­stern,
    • Ver­bes­se­rung der nächt­li­chen oder mor­gend­li­chen Lüf­tung,
    • tech­ni­sche Lüf­tungs- oder Küh­lungs­sy­ste­me,
    • fest instal­lier­te Kli­ma­ti­sie­rungs- oder Frisch­luft­lö­sun­gen,
    • wei­te­re geeig­ne­te bau­li­che Maß­nah­men.
  4. Die Ver­wal­tung wird beauf­tragt zu prü­fen, ob für Hit­ze­schutz­maß­nah­men in Kin­der­ta­ges­stät­ten För­der­pro­gram­me des Frei­staa­tes Bay­ern, des Bun­des oder ande­rer Stel­len zur Ver­fü­gung ste­hen.
  5. Dem Stadt­rat sol­len anschlie­ßend fol­gen­de Infor­ma­tio­nen vor­ge­legt wer­den:
    • mög­li­che Sofort­maß­nah­men,
    • geeig­ne­te dau­er­haf­te Lösun­gen,
    • vor­aus­sicht­li­che Kosten,
    • mög­li­che För­der­mit­tel,
    • zeit­li­cher Ablauf einer Umset­zung.
  6. Bis zur Umset­zung einer dau­er­haf­ten Lösung soll regel­mä­ßig über­prüft wer­den, wel­che Tem­pe­ra­tu­ren in den betrof­fe­nen Räu­men erreicht wer­den und ob wei­te­re kurz­fri­sti­ge Schutz­maß­nah­men erfor­der­lich sind.

Begründung

In einer Kin­der­ta­ges­stät­te muss gewähr­lei­stet sein, dass Kin­der und Beschäf­tig­te auch wäh­rend som­mer­li­cher Hit­ze unter ver­tret­ba­ren Bedin­gun­gen betreut wer­den kön­nen.

Tem­pe­ra­tu­ren von mehr als 31 Grad in Grup­pen- und Schlaf­räu­men stel­len ins­be­son­de­re für jün­ge­re Kin­der eine erheb­li­che Bela­stung dar. Die Situa­ti­on betrifft nicht nur den all­ge­mei­nen Kom­fort, son­dern das Wohl­be­fin­den der Kin­der und die Arbeits­be­din­gun­gen des Per­so­nals.

Die Schrei­ben der Eltern zei­gen, dass es sich nicht um eine theo­re­ti­sche Dis­kus­si­on han­delt. Eltern haben sich auf­grund kon­kre­ter Erfah­run­gen und doku­men­tier­ter Tem­pe­ra­tur­wer­te an den Trä­ger der Ein­rich­tung gewandt.

Der Antrag legt sich bewusst nicht vor­ab auf eine ein­zi­ge tech­ni­sche Lösung fest. Zunächst sol­len geeig­ne­te Sofort­maß­nah­men, dau­er­haf­te Lösun­gen, Kosten und För­der­mög­lich­kei­ten fach­lich geprüft wer­den.

Ziel ist eine nach­voll­zieh­ba­re Ent­schei­dungs­grund­la­ge und eine zeit­na­he Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on.

Behandlung in der Stadtratssitzung

Nor­man Faß­hau­er brach­te den Dring­lich­keits­an­trag in der öffent­li­chen Stadt­rats­sit­zung vom 7. Juli 2026 ein.

Das The­ma wur­de wäh­rend der Sit­zung aus­führ­lich dis­ku­tiert. Über den kon­kret ein­ge­brach­ten Dring­lich­keits­an­trag wur­de jedoch nicht abge­stimmt.

Man­fred Fuß frag­te ergän­zend, ob För­der­pro­gram­me für Hit­ze­schutz­maß­nah­men in Kin­der­ta­ges­stät­ten oder ver­gleich­ba­ren öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen bestehen. Nach den in der Sit­zung gege­be­nen Aus­künf­ten waren ent­spre­chen­de Pro­gram­me zunächst nicht bekannt.

Dar­auf­hin for­der­te Man­fred Fuß die Ver­wal­tung münd­lich dazu auf, zu prü­fen:

  • ob geeig­ne­te För­der­pro­gram­me bestehen,
  • wel­che Maß­nah­men för­der­fä­hig sind,
  • in wel­cher Höhe eine För­de­rung mög­lich wäre.

Status

Sta­tus des Antrags:

Dring­lich­keits­an­trag ein­ge­bracht – in der Stadt­rats­sit­zung vom 7. Juli 2026 nicht zur Abstim­mung gestellt.

Aktueller Bearbeitungsstand

Prü­fung bezie­hungs­wei­se Rück­mel­dung der Stadt­ver­wal­tung aus­ste­hend.

Abstimmungsergebnis

Kei­ne Abstim­mung erfolgt.

Politische Einordnung

Der Antrag ent­stand nicht aus einer abstrak­ten poli­ti­schen Debat­te, son­dern als Reak­ti­on auf kon­kre­te Zuschrif­ten besorg­ter Eltern.

Aus Sicht der AfD/FG-Frak­ti­on hät­te der Stadt­rat über einen ver­bind­li­chen Prüf- und Hand­lungs­auf­trag abstim­men sol­len. Eine all­ge­mei­ne Dis­kus­si­on ersetzt kei­nen Beschluss mit kla­ren Zustän­dig­kei­ten, Fri­sten und einer spä­te­ren Bericht­erstat­tung.

Gera­de bei einem The­ma, das Kin­der, Eltern und Beschäf­tig­te unmit­tel­bar betrifft, soll­te trans­pa­rent fest­ge­legt wer­den, wel­che Maß­nah­men geprüft wer­den und wann der Stadt­rat über die Ergeb­nis­se infor­miert wird.

Bei Tem­pe­ra­tu­ren von mehr als 31 Grad braucht es kei­ne end­lo­se Dis­kus­si­on, son­dern einen kla­ren Prüf­auf­trag, ver­bind­li­che Zustän­dig­kei­ten und eine zeit­na­he Lösung.